Im Verfahren Ber v. Centers for Disease Control and Prevention (Az. 8:26-cv-01822, U.S. District Court, Middle District of Florida) hat es in den vergangenen Wochen mehrere Entwicklungen gegeben. Die Kläger fordern, dass Zivilpersonen mit dem Havana-Syndrom (Anomalous Health Incidents, AHI) dieselbe diagnostische Orientierung und medizinische Versorgung erhalten wie Bundesbedienstete.

Nun haben die Kläger eine geänderte und ergänzte Klageschrift eingereicht. Anlass war unter anderem eine Antwort der CDC auf eine Petition von 2025. Die Kläger fordern, dass Zivilpersonen mit dem Havana-Syndrom (Anomalous Health Incidents, AHI) dieselbe diagnostische Orientierung und medizinische Versorgung erhalten wie Bundesbedienstete.

Aktuelle Entwicklungen

  • 5. Oktober: Die Beklagten beantragten, die Klage mangels Zuständigkeit des Gerichts abzuweisen.
  • 20. Oktober: Das Gericht setzte die neue CDC-Direktorin Erica Schwartz als Beklagte ein. Jay Bhattacharya bleibt als Direktor der NIH Beklagter.
  • 22. Oktober: Das Gericht gestattete die Ergänzung der Klageschrift. Der Antrag war nicht angefochten worden.
  • 25. Oktober: Die Kläger reichten die geänderte und ergänzte Klageschrift ein.
  • 26. Oktober: Das Gericht wies den Abweisungsantrag als gegenstandslos zurück, da die neue Fassung die ursprüngliche ersetzt. Die Beklagten müssen innerhalb von 14 Tagen nach Zustellung antworten.

Kern der Ergänzung: Kehrtwende der CDC

Rund eine Woche nach Zustellung der Klage beantwortete die CDC die Petition der Kläger von 2025. Sie erklärte, die Anfrage liege nach sorgfältiger Prüfung außerhalb ihres Zuständigkeitsbereichs, weshalb sie nicht beantwortet worden sei. Die Kläger verweisen darauf, dass die CDC in ihrem eigenen Havana-Bericht von 2019 die Anfrage des US-Außenministeriums noch als „public health response“ eingestuft hatte. Sie hatte angekündigt, die Untersuchungsergebnisse an die Ärzteschaft und die Öffentlichkeit weiterzugeben. Diese Widersprüche machen die Kläger zum Gegenstand ihrer ergänzten Klage.

Len Ber, M.D., Kläger und Medizinischer Direktor von Targeted Justice, erklärt, die Beklagten müssten dem Gericht nun darlegen, warum das Havana-Syndrom, einst als Angelegenheit der öffentlichen Gesundheit behandelt, jetzt außerhalb der Zuständigkeit der CDC liege. Das werde für sie schwierig.

Hintergrund

Die Klage wurde am 23. Juni 2026 von sieben Privatpersonen und der gemeinnützigen Organisation Targeted Justice, Inc. eingereicht. Die Kläger machen Verstöße gegen den Administrative Procedure Act und den Public Health Service Act geltend. Aus ihrer Sicht haben die Behörden Maßnahmen für Zivilpersonen rechtswidrig unterlassen oder verzögert, obwohl sie diese für Bundesbedienstete und deren Familien seit Jahren bereitstellen. Die Petitionen an CDC und NIH hatten die Kläger im September 2025 eingereicht.

Forderungen der Kläger

  1. Anerkennung von AHI/Havana-Syndrom als meldepflichtige Erkrankung in der US-Zivilbevölkerung
  2. Offizielle Diagnoseleitlinien und eine einheitliche Falldefinition für Ärztinnen und Ärzte
  3. Ein nationales Überwachungs- und Meldesystem für Zivilpersonen
  4. Gleichen Zugang zu NIH-Forschungsprogrammen und klinischen Protokollen
  5. Warnmeldungen über das Health Alert Network sowie Schulungen für Fachpersonal

Über Targeted Justice, Inc.

Targeted Justice ist eine in Texas ansässige gemeinnützige Organisation (501(c)(3)). Sie unterstützt zivile Betroffene von AHI, führt ein Register diagnostizierter Fälle und setzt sich für medizinische Anerkennung und Versorgung ein.

Pressekontakt

Len Ber, Targeted Justice, Inc., Bloomingdale, IL, USA

targetedjustice.com · targetedjustice.substack.com

TOP