In Leipzig-Lützschena-Stahmeln entsteht in kürzester Zeit eine neue Produktionsstätte des US-amerikanischen Rüstungs-Startups Covenant. Wie die Leipziger Volkszeitung berichtet, soll die Fabrik für Marschflugkörper bereits Anfang Oktober eröffnet werden – deutlich früher als ursprünglich angenommen. Das Unternehmen, das seine Pläne lange nicht öffentlich gemacht hatte, sucht inzwischen aktiv Personal, unter anderem für IT und Produktion. Angepeilt wird eine Jahresproduktion von rund 1.000 Flugkörpern.
Finanziert wird Covenant über mehrere Runden mit insgesamt mehr als 250 Millionen US-Dollar von bekannten US-Wagniskapitalgebern, darunter Andreessen Horowitz, Lightspeed Venture Partners und Peter Thiels Founders Fund.
Zur Eröffnung werden nach bisherigen Informationen auch politische Vertreter erwartet, unter anderem Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU); auch die Teilnahme von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche wird kolportiert.
Das Vorhaben stößt in Leipzig auf Widerstand: Am vergangenen Wochenende demonstrierten rund 600 Menschen gegen die Ansiedlung des Unternehmens. Auch politisch gibt es Gegenwind – die AfD brachte das Thema im sächsischen Landtag zur Sprache, während die Linksfraktion im Leipziger Stadtrat einen Antrag einbrachte, der künftige Ansiedlungen von Rüstungsbetrieben erschweren soll.
Bislang unbeantwortet sind offene Fragen zur Kommunikation der Behörden im Vorfeld der Ansiedlung – Kritiker bemängeln fehlende Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit.
